Präsentation

PowerPoint contra Flipchart

Vom „betreuten Vorlesen“ zum wirkungsvollen Präsentieren

 

PowerPoint ist eines der am häufigsten genutzten Präsentationsmethoden.

Dabei projektiert der Redner vorgefertigte Folien unter anderem mit Fotos, Text und Diagrammen an die Leinwand und liest den Text in der Regel vor.

 

Das Publikum wird bei dieser Methode die volle Aufmerksamkeit vom Redner abwenden und zur Leinwand richten.

Wenn das Auge Text sieht, muss es automatisch lesen. Es entsteht ein Lesezwang. Theoretisch kann sich der Redner das Vorlesen nun sparen.Der Vortrag verliert an Spannung.

 

Die Zuhörer haben die vorgetragenen Informationen durch das Lesen schon erhalten. Der Redner kann nichts Neues hervorbringen. Er kommt nicht zur Geltung und wird zur Randfigur seiner eigenen Präsentation.

Auf diese Art verringert sich auch der Austausch der Energie zwischen Publikum und Redner. Müdigkeit breitet sich aus.

 

Diese typische PowerPoint Fehler verstärken es zusätzlich:

 

  • unzureichender Kontrast

  • zu viel Text- und Bildinformationen

  • zu grelle und bunte Bilder

  • zu kleine Buchstaben

  • langweilige Texte

 

Wann macht PowerPoint Sinn?

 

Fotos kann man mit dieser Methode wirkungsvoll einsetzen.

Doch auch hier gibt es einiges zu beachten:

Große Wirkung wird mit großen Fotos erreicht. Nur 1 Foto. Groß. Flächendeckend. Ohne Überschriften und vor allem ohne Firmenlogo.

Die Kernaussage steckt im Foto und wirkt auf diese Weise so mächtig und groß wie ihr Anliegen.

 

Bevor Sie das Foto sichtbar machen, präsentieren Sie es mit Worten.

Beschreiben Sie es in Farben, in Eindrücken, in einer kurzen Erzählung, bei der sich der Zuhörer schon ein Bild im Kopf machen kann. Erst dann schalten Sie den Projektor an.

Auf diese Art können die Zuhörer es kaum erwarten, das Foto zu sehen.

 

Am Flipchart kreiert der Redner das Miterleben seines Vortrages. Er steht im Mittelpunkt und nimmt gezielt Einfluss auf die Reaktionen seines Publikums.

 Durch den bedachten Einsatz bestimmter Techniken ist er in der Lage, sein Publikum zu faszinieren.

 

Tipps und Tricks am Flipchart für mehr Wirkung

 

Erst sprechen, dann schreiben.

 

Wer am Flipchart steht, erschafft vor den Augen des Zuschauers sein Ergebnis. Zum Beispiel geht es nicht um die bloße Mitteilung einer Zahl, sondern um die Art, es entstehen zu lassen.

In der Praxis sieht das so aus: Sie kündigen das Thema an, bringen es aber noch nicht auf den Punkt. Beispiel:

Es geht um eine Karriereleiter. Sie zeichnen zuerst zwei senkrechte Balken und kündigen an: „Wir wollen genauso nach oben kommen“ (erst jetzt werden die Stufen gezeichnet).

Bevor Sie eine Zahl nennen, beginnen Sie diese zu zeichnen. Bis zur Fertigstellung bleibt das Ergebnis noch unbekannt. Erst beim letzten Strich sprechen Sie die Zahl laut aus und setzten zum Beispiel noch einen Akzent mit einem Punkt.

 

Bringen Sie Bewegung rein. Rollen Sie zum Beispiel das Flipchart etwas nach vorn und sagen „Passen Sie auf“. Dies löst eine unglaubliche Spannung aus. Oder Sie schlagen das erste Blatt um und kündigen an: “Jetzt werde ich Ihnen etwas zeigen“. Auch ein kräftiger Handschlag auf das beste Ergebnis am Flipchart erzeugt einen ähnlichen Effekt.

 

 

Das Unterbewusstsein liebt schöne Dinge. Denken Sie daran, alles was wir sehen und als ansehnlich empfinden, erzeugt wohlwollen. Eine schöne Zeichnung am Flipchart erzeugt ein angenehmes Gefühl.

Je besser wir die Mittel der wirkungsvollen Präsentation, desto einprägsamer bleibt der Vortrag und! die Erinnerung an den Vortragsredner.

 

Selten erinnert sich das Publikum noch lange einzelne Details von Vorträgen.

 

Erlebte Faszinationen hingegen erschaffen einen bleibenden Eindruck und erhöhen eine bleibende Wirkung des Redners.

Präsentation mit Mimik- Gestik -Körpersprache

Ähnlich wie bei dem angesprochenen Thema Powerpoint contra Flipschart verhält es sich mit Mimik, Gestik, Kleidung, Redeaufbau.

Was zählt, ist der Zuhörer, der nicht gelangweilt auf die Uhr schaut, sondern seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt und sich gern an den Redner erinnert.

 

© 2013 Annett Schubert                                                                                                                                                                         Impressum / Datenschutz